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Work-Life-Balance: Wieviel Freizeit brauchen wir?

Egal ob Trainee, Einzelhandel oder mittleres Management: Die Zeit, die Angestellte durchschnittlich auf Arbeit verbringen, nimmt immer mehr zu. Hier 15 Minuten mehr am Abend, dort eine gekürzte Mittagspause und der Griff zum Firmenlaptop am Wochenende. Der volle Einsatz für den Job ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Die Deutschen arbeiten gern und viel - das zeigt sich allein am Exportüberschuss der vergangenen Jahre. Doch neben florierenden Firmen und Geschäften hat der Arbeitswahn auch seine Schattenseiten. Denn gleichzeitig war die Zahl der an Burn-Out oder Tinnitus Erkrankten noch nie so hoch wie heute. Mediziner und Betriebsräte verweisen bei derartigen Vorfällen stets auf die sogenannte Work-Life-Balance als Gegen- und Allheilmittel. Doch wie schafft man zwischen Meeting, Geschäftsessen und Haushalt eigentlich die richtige Balance? Wir haben hier die wichtigsten Fakten zur Work-Life-Balance für Dich!

1. Work-Life-Balance: Was ist das?

Der Begriff Work-Life-Balance kommt aus dem Englischen und meint zunächst: Ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben. Es wird davon ausgegangen, dass Arbeit etwas grundsätzlich anderes sei als das Leben und abseits davon passiere. Das Konzept versucht eine Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu schaffen. Dass diese Vereinbarkeit für jeden Menschen anders aussieht, ist an dieser Stelle leichter gesagt, als umgesetzt.

Denn bei einem durchschnittlichen 8-Stunden-Arbeitstag ist die übrige Zeit wohl kaum ausreichend für genügend Freizeit. Und die sieht bei jedem Menschen eben anders aus. Die einen haben Familie, die anderen nur einen Partner und wieder andere haben zeitintensive Hobbies. Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen ist eine Notwendigkeit. Die benötigt zwar ein gewisses Maß an Planung, kann aber zu einem gewissen Grad gemeistert werden.

2. Anzeichen von Überarbeitung

Dass ein Konzept wie die Work-Life-Balance in der modernen Arbeitswelt nötig ist, zeigen nicht zuletzt die aktuellen Zahlen an Krankmeldungen. Denn Burn-Out und Tinnitus sind schon lange nicht mehr typische Manager Krankheiten. Bevor man sich selbst in den Burn-Out arbeitet, lohnt allerdings eine Selbstüberprüfung. Zwar gibt es für Burn-Out keine allgemeinen Symptome, doch Anzeichen für Überarbeitung lassen sich schnell feststellen.

Hierzu zählen: Emotionale Erschöpfung, ein subjektiver Leistungsabfall, eine unwillige bis negative Einstellung zu Mitmenschen (Familie, Kollegen und Kunden gleichermaßen) und schließlich sogar die Abneigung auf Arbeit zu gehen. Die Kombination dieser Merkmale, häufig auch verbunden mit dem Gefühl der Überforderungen, sind eindeutige Anzeichen für einen bevorstehenden Zusammenbruch. Das passiert vor allem dann, wenn Stress und Leistungsforderung auf Arbeit länger anhalten als nur ein paar Tage.

3. Strukturen schaffen

Um einer ständigen Überarbeitung entgegen zu wirken helfen vor allem feste Strukturen auf Arbeit und auch im Alltag. Denn der kurze Blick aufs Firmenhandy am Wochenende gehört heute leider zur Selbstverständlichkeit. Dabei sind es genau diese Dinge, die einer Work-Life-Balance entgegenarbeiten. Sich den Arbeitsanforderungen und dem Stress im Job auch im Alltag zu entziehen fällt vielen Arbeitnehmern zunehmend schwer.

Zusätzlich werden im Privatleben zugunsten des Jobs gerne Abstriche gemacht, da es hier gefühlt nichts zu verlieren gibt. Deswegen ist es umso wichtiger, für sich selbst Strukturen zu schaffen, die den Arbeitsstress nicht in den Alltag lassen. Feste Zeiten für die eigenen Hobbys, ehrenamtliche Tätigkeiten und das konsequente Abschalten von Arbeitshandy und -laptop zu Hause sind dabei einfache Tipps, die eine solide Grundlage schaffen. Zeitmanagement heißt das Zauberwort, das die Work-Life-Balance in greifbare Nähe holt.

4. Nein sagen

Zeitmanagement ist die wichtigste Zutat im Cocktail der Work-Life-Balance. Dabei geht es hier aber nicht darum, so viele Aufgaben in so wenig Zeit wie möglich zu erledigen. Vielmehr soll die Zeit, die zur Verfügung steht, sinnvoll genutzt werden. Dazu zählt nicht nur, Aufgaben nach Größe und Dringlichkeit zu bearbeiten. Projekte gleich zu bearbeiten, so weit man es eben kann und nichts aufzuschieben nimmt Stress und Druck bereits zu Beginn den Wind aus den Segeln.

Viel wichtiger ist es bei einem effektiven Zeitmanagement auch Freiräume zu schaffen. Dazu gehört eben auch, auf Arbeit mal Nein zu sagen, wenn der Kollege das fünfte Mal um Hilfe beim selben Projekt bittet oder der Chef an jedem Tag der Woche Überstunden fordert. Die zuvor geschaffenen Strukturen, die Arbeit und Freizeit trennen, müssen genau hier verteidigt werden.

5. Bewusst genießen

Effektive Strukturen und das richtige Zeitmanagement sind die idealen Helfer, um eine individuelle Work-Life-Balance zu erstellen. Hat man sich die richtigen Freiräume für seine eigenen Bedürfnisse geschaffen, darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Diese auch zu genießen. Zwar schalten immer mehr Arbeitnehmer ihr Diensthandy etwa im Urlaub auch einmal aus, gedanklich ist das Abschalten für viele aber nicht so einfach.

Bereits drei oder vier Tage vor dem ersten Arbeitstag nach den Ferien sind die meisten in Gedanken schon wieder im Büro. Viel sinnvoller ist hier, die gewonnene Freizeit auch wirklich zu genießen und ganz bewusst im Moment zu sein. Nur dann kann man die Batterien wirklich wieder aufladen und befindet sich zwischen Arbeit und Freizeit tatsächlich im Gleichgewicht.

Wie schnell das eigene Leben aufgrund von zuviel Arbeit aus den Fugen geraten kann, muss auch Charlie in Cristina Algers neuem Roman Kleines Herz, großes Glück feststellen. Seit dem Unfalltod seiner Frau vor zwei Jahren arbeitet der Witwer wie verrückt für die Kanzlei Hardwick, Mays & Kellerman. Seinen 5-jährigen Sohn lässt er dabei viel zu oft mit seiner Schwester Zadie zu Hause und verbringt teilweise ganze Nächte am Schreibtisch. Bis er sich auf einer Cocktailparty daneben benimmt und von seinen Chefs gefeuert wird. Plötzlich arbeitslos und alleinerziehend, muss Charlie auf einmal Verantwortung für seinen Sohn Caleb und sein eigenes Leben übernehmen. Dass bei beiden etwas aus den Fugen geraten ist, stellt Charlie schneller fest, als ihm lieb ist. Denn nicht nur hat sein Sohn ein beunruhigendes Interesse an Naturkatastrophen. Auch würde er am liebsten jeden Tag ein rosa Tutu tragen. Wird Charlie es schaffen, den Aufgaben eines alleinerziehenden Vaters gerecht zu werden?

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