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Liebesbriefe mit Herz
Große Gefühle

Die schönsten Liebesbriefe der Weltliteratur! 5 romantische Liebeserklärungen

Gibt es etwas Schöneres und Aufregenderes als mit einem Liebesbrief des Angebetenen erobert zu werden? Oder etwas Besseres als die Sehnsucht in den flammenden Worten des Geliebten zu lesen?

Romantische Liebeserklärungen dieser Art mögen manchen vorerst als Marotte vergangener Zeiten erscheinen, doch nicht umsonst ist der Liebesbrief die klassische Disziplin des Werbens und der romantischste Beweis aller Zeiten. Wer schon einmal einen Liebesbrief erhalten hat, weiß um dessen Wert und wird es nicht mehr missen wollen.

Zudem liegt das Briefe schreiben wieder total im Trend und wir freuen uns einfach riesig über ein paar persönliche Zeilen. Wenn diese dann auch noch von unserem Liebsten stammen - umso schöner!

Spannend finden wir es allerdings auch wie unsere Weltliteraten ihren Angebeteten romantische Liebeserklärungen machten. Hierzu haben wir für Euch die schönsten Liebesbriefe der Weltliteratur gesucht und gefunden:

1.Ein gar schöner Tag

Als Friedrich von Schiller mit seinem Freund Wilhelm von Wolzogen im Dezember 1787 die thüringische Stadt Rudolstadt besuchte, lernte er Charlotte von Lengefeld und ihre Familie kennen. Der berühmte Dichter fühlte sich zu der jungen „Lollo“, wie er sie oft nannte, aber auch zu ihrer Schwester Caroline hingezogen. Daher dachte Friedrich von Schiller bereits zu damaligen Zeiten über eine Dreierbeziehung nach, zu der sich Charlotte allerdings nicht überwinden konnte. Der anfänglich intensive Briefwechsel zwischen den Dreien, sowie die Hinwendung zu Caroline ließen jedoch nach, als „Lollo“ und Friedrich von Schiller heirateten.

Welche Form das Briefe schreiben zu Zeiten Friedrich Schillers annahm und wie er um die beiden Frauen warb, seht ihr in einem seiner Liebesbriefe an Charlotte von Lengefeld Ende August 1788:

„Wie haben Sie denn heute Nacht in Ihrem zierlichen Bette geschlafen? Und hat der süße Schlaf ihre lieben holden Augenlider besucht? Sagen Sie mirs in ein paar geflügelten Worten – aber ich bitte Sie dass Sie mir Wahrheit verkündigen. Lügen werden Sie nicht sagen, denn Sie sind viel zu verständig. Es ist heute wieder ein gar schöner Tag und er würde noch einmal so schön seyn, wenn Sie recht heiter aufgestanden wären, und sich mit uns desselben freuen wollten. Sind Sie aber noch nicht ganz gut und nicht frey genug um den Kopf um sich mit sich selbst zu beschäftigen oder zerstreut Sie vielleicht Gesellschaft, so lassen Sie michs wissen, und wir leben dann den Tag so miteinander hin – schwatzen, lesen und freuen uns, daß wir zusammen in der Welt sind. Was macht ihre Schwester? Klappert der Pantoffel schon um ihre zierlichen Füsse, oder ligt sie noch im weichen schöngeglätteten Bette? Adieu. Sind Sie noch nicht aufgestanden, so lassen Sie mich nur mündlich wissen, wie Sie die Nacht zugebracht haben. Lassen Sie auch den Garten aufschliessen, ich habe eine Versuchung ein bischen drinn herum zu wandeln. Leben Sie recht wohl!”

2.Ich sende dir innige Küsse

Auch Joachim Ringelnatz fand 1917 rührende Worte an seine Geliebte bevor er in den Krieg zog:

„Ich habe inzwischen Deinen anderen Brief gelesen, und mein Herz ist voll Weh. Aber das soll wohl mein Los sein. Dein Leben, Lona, ist weiß, schlohweiß, und das meinige ist düster im Bunten. Du bist so viel höher als ich. Und mich hat wohl Gott bestraft oder bestimmt, ein ruheloses Dasein zu führen, wie die Seevögel, die mutig und kühn und doch voller steter Angst sind. Gott behüte dich. Ach, einmal nur möchte ich meinen Kopf in Deine Hände legen. Leb wohl, geliebtes Mädchen. Vielleicht meint der Krieg es wohl mit mir. Ich sende dir innige Küsse.” (Joachim Ringelnatz, (Cuxhaven) 22. April 1917)

3.Warum Rede ich nur Worte zu dir, nicht Flammen

Wenn ihr nun glaubt, dass romantische Liebeserklärungen nur in den Briefen der Männer Platz fanden, dann irrt Ihr Euch. Auch die Frauen griffen zu Papier und Feder und drückten ihre Gefühle in wohlwollenden Worten aus.

Allen voran zum Beispiel Bettina von Arnim in ihrem Liebesbrief an Johann Wolfgang von Goethe, in dem sie ihm mehr als deutlich ihre Zuneigung bekundet:

„(…)Ach, warum rede ich nur Worte zu dir, warum nicht Flammen, die an dir hinaufhüpfen, den Schweiss zu küssen deiner Stirn, den Tau deiner Wimper der herabträufelt auf mich, Gesegnete zu deinen Füssen, - warum nicht? Die Sinne, eben im Nest noch bewusstlos des Flugs, jetzt flügelmächtig im Gefühl deiner Begeisterung, die mir lächelt, lustrauschen um dich, wenn dein Blick aufleuchtet zu den Sternen, zu den Geistern – ihrer Unsterblichkeit mich zu erziehen, und der Muse, was sie von deinen Lippen und meinen an süssen Reden sammelt, lauschest du ab ihrem Flüstern: Liebstes Kind, Herz, einzig Kleinod, und anders noch, und leiser haucht deine Stimme ihr nach, wie es mein Sehnen stillt, und mehr süsser Schall stöhnt aus deiner Brust in heiligem Gepräg, das mich umwandelt, lorbeerersprossend und wurzelnd dir im Busen.“

4.Die süßen Worte

Ein Mann großer Worte das war auch Johann Wolfgang von Goethe und die Sturm und Drang Zeit ging wahrlich nicht spurlos an dem Dichter vorbei. Besonders in den Briefen an seine Geliebte Charlotte von Stein, ließ er seinen Gefühlen freien Lauf:

„Die süßen Worte, mit denen du mich verwöhnst - ach! Mehr wollt' ich nicht, sogar Dein Lispeln würde mitlesen, mit dem Du mir leise das Lieblichste in die Seele ergossen hast."

5.Mein Leben an das Ihre gebunden

Große Gefühle und Worte folgten auch von der französischen Schriftstellerin Germaine de Stael an ihren geliebten Adolf Ludvig Ribbing.

„Ach, wie fühle ich, dass mein Leben an das Ihre gebunden ist! Wenn ich Sie erblassen sehe, dann weicht mir das Blut aus dem Herzen, und ich fühle, dass wir, moralisch wie physisch, denselben Lebensquell teilen. Ja, ich liebe Sie, und Sie zweifeln nicht mehr daran; es gab ein Gefecht, und Sie haben triumphiert, und ich bin an den Streitwagen des Siegers gebunden. Unsere Rollen haben sich verkehrt, aber gehen Sie sanft mit mir um in meinem neuen Zustand der Sklaverei. Sie wissen noch nicht, welche Verpflichtungen Sie sich da aufgeladen haben. Mein ganzes Leben ist Ihnen gegeben, und Sie haben mit angesehen, wie beständig mein Herz ist. Ach, da es sich doch für so lange Zeit der alleinigen Vorstellung verweigert hat, keinen anderen als Sie zu lieben, einen andern zu vergessen, wer kann es da je von Ihnen loslösen? Lassen wir diese unseligen Gedanken und sprechen Sie zu mir von nichts anderem mehr als von dem Tag, von der Stunde, da wir uns wieder vereinen.“

Wiederauflebender Trend: Briefe schreiben

Solltet Ihr nun neugierig geworden sein auf all die Liebesbriefe, die unsere Weltliteraten noch so verfasst haben, dann können wir Euch German Neundorfers „Ich küsse Euch tausendmal. Die schönsten Briefe der Weltliteratur“ bestens empfehlen.

Wie schön und wichtig das Briefe schreiben ist, erkennt auch die spanische Autorin Ángeles Doñate und nimmt Euch in ihrem Wohlfühlroman „Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“ mit in ein spanisches Dorf. Dort soll nämlich die Postfiliale geschlossen werden, doch für Protagonistin und Postbotin Sara ist das ein absolutes Unding.

Außerdem soll sie für ihren neuen Job ihre Heimat und ihre geliebten Menschen verlassen. Das allein kann Saras Nachbarin, die 80-Jährige Rosa, keinesfalls zulassen. Sie beschließt fleißig Briefe zu schreiben und bittet die Empfänger dasselbe zu tun. Sind Briefe da, hat Sara auch Arbeit – so Rosas Plan.

Tatsächlich reich schon bald eine Briefkette durch ganz Porvenir, enthüllt Schicksale sowie Leidenschaften und füllt die Postfiliale. Kann Sara doch in ihrer Heimat bleiben und wartet vielleicht auch die große Liebe auf sie?

Eine romantische Geschichte, die Euch an Ángeles Doñates „Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“ fesseln wird.

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