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Historische Liebesromane

Die schönsten Liebesbriefe der Weltliteratur – 10 romantische Liebeserklärungen

Gibt es etwas Schöneres und Aufregenderes, als mit einem Liebesbrief des Angebetenen erobert zu werden? Oder etwas Besseres als die Sehnsucht in den flammenden Worten des Geliebten zu lesen? Romantische Liebeserklärungen dieser Art mögen manchen vorerst als Marotte vergangener Zeiten erscheinen, doch nicht umsonst ist der Liebesbrief die klassische Disziplin des Werbens und der romantischste Beweis aller Zeiten. Wer schon einmal einen Liebesbrief erhalten hat, weiß um dessen Wert und wird es nicht mehr missen wollen.

Liebesbriefe schreiben kommt wohl nie aus der Mode, denn auch heutzutage freut sich doch jeder über ein paar persönlich verfasste Zeilen. Diesem Wissen folgten auch schon viele der größten Literatinnen und Literaten und verfassten einige der schönsten Liebesbriefe der Weltliteratur.

Bevor Du jetzt gleich Deine Feder zückst, kannst Du Dir bei den schönsten Liebesbriefen der Weltliteratur ja ein paar Anregungen sammeln. Wir haben für Dich die romantischsten Liebesbriefe gesammelt:

1. Wir denken gleich

Der Musiker Johnny Cash schrieb seiner Frau June Carter Cash im Jahr 1994 -nach vielen Jahren Ehe- wohl einen der schönsten Liebesbriefe der Geschichte. Diese wenigen Worte sind nicht nur so ergreifend, weil sie so wahr zu sein scheinen, nein, Johnny Cash schreibt diesen Liebesbrief nicht in der Zeit der frischen Verliebtheit, sondern nach vielen Jahren Ehe. Seine Liebe an June Carter scheint dabei ungebrochen:

"Wir werden alt und gewöhnen uns aneinander. Wir denken gleich. Wir lesen unsere Gedanken. Wir wissen, was der andere will, ohne zu fragen. Manchmal ärgern wir einander ein wenig. Vielleicht nehmen wir uns manchmal als selbstverständlich. Aber immer mal wieder, wie heute, denke ich darüber nach und begreife, wie glücklich ich mich schätzen kann, mein Leben mit der tollsten Frau zu teilen, die ich je kennengelernt habe."

2. Die Liebe zwischen uns berühren

Der damalige König von England, Heinrich VIII., ist für seine Frauengeschichten bekannt. Im Glauben, die Mutter seines lang ersehnten Sohnes und Thronfolgers gefunden zu haben, verfasste er liebestrunken einen Liebesbrief an seine Verehrte und spätere zweite Ehefrau Anne Boleyn. Um Anne Boleyn für sich zu gewinnen, griff er aber nicht nur zur Feder um einen der schönsten Liebesbriefe der Geschichte zu schreiben- er nahm auch politische Anstrengungen auf sich, brach mit der Katholischen Kirche und stürzte sein Land in Unruhen. Die wenigen Worte zeigen auch, wie romantisch Liebe beginnt und wie tragisch sie manchmal endet- im Fall von Heinrich VIII. mit der Hinrichtung von Anne Boleyn:

"Ich flehe ausdrücklich darum, deine Absicht zu erfahren, die Liebe zwischen uns zu berühren. Die Notwendigkeit zwingt mich dazu, diese Antwort zu bekommen, nach mehr als einem Jahr der Verwundung durch den Pfeil der Liebe, und noch nicht sicher, ob ich einen Platz in deiner Zuneigung finde oder daran scheitere."

3. Eine glühende Flamme in meinem Herzen

Der französische Feldherr und Kaiser Napoleon Bonaparte ist eher für seine strategischen Vorgehensweisen und glorreichen Siege in Schlachten bekannt als für große Gefühle. Aber auch ein französischer Kaiser wird mal von Amors Pfeil getroffen. In der Zeit, bevor Napoleon Kaiser wurde, lernte er die Witwe Joséphine de Beauharnais kennen und verfasste an sie einen der schönsten Liebesbriefe der Weltliteratur- obwohl den beiden Nachgesagt wird, dass sie mit dieser Verbindung auch jeweils eigene politische Interessen verfolgten:

"Seit ich fortgegangen bin, bin ich durchgehend niedergeschlagen. Mein Glück ist es, dir nahe zu sein. Unaufhörlich durchlebe ich in meiner Erinnerung deine Liebkosungen, deine Tränen, deine liebevolle Besorgtheit. Die Reize der unvergleichlichen Josephine nähren immerzu ein Brennen und eine glühende Flamme in meinem Herzen."

4. Dein kaltes Gesicht zum letzten Mal geküsst

Die Physikerin und Chemikerin Marie Curie schrieb ihrem Mann und Arbeitspartner Pierre Curie nach dessen plötzlichen Tod zahlreiche Liebesbriefe. In ihnen wird die innige Verbindung der beiden im Leben und in der Arbeit deutlich. Die Liebesbriefe von Marie Curie an ihren Mann zeigen auch, wie sehr die beiden zusammengehört haben und wie einsam Marie Curie zurückblieb:

"Pierre, mein Pierre, da liegst du, bleich wie ein armer Verwundeter. Du bist es noch, in einem Traum befangen, aus dem du nicht mehr erwachen kannst."

"Wir haben dich in den Sarg gelegt, und ich habe deinen Kopf gestützt. Wir haben dein kaltes Gesicht zum letzten Mal geküsst, dann haben wir Immergrün aus dem Garten in den Sarg getan und mein kleines Bild, das du die brave kleine Studentin nanntest und das du liebtest."

5. Nichts von alledem

Als Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker hatte es der irische Schriftsteller Oscar Wilde womöglich etwas einfacher, seinen Gefühlen in Liebesbriefen Ausdruck zu verleihen. Dennoch bringt er in seinem Liebesbrief an seine Ehefrau Contsance zum Ausdruck, dass Liebesbriefe schreiben auch für ihn keine einfache Aufgabe ist:

"Was kann ich Dir in einem Briefe sagen? Ach! nichts von alledem, was ich Dir sagen möchte. Die Botschaften der Götter werden nicht durch Feder und Tinte übermittelt, auch könnte selbst Deine leibliche Anwesenheit hier Dich nicht wirklicher machen: denn ich fühle Deine Finger in meinem Haar und Deine Wange an die meine geschmiegt."

6. Ein gar schöner Tag

Als Friedrich von Schiller mit seinem Freund Wilhelm von Wolzogen im Dezember 1787 die thüringische Stadt Rudolstadt besuchte, lernte er Charlotte von Lengefeld und ihre Familie kennen. Der berühmte Dichter fühlte sich zu der jungen „Lollo“, wie er sie oft nannte, aber auch zu ihrer Schwester Caroline hingezogen. Daher dachte Friedrich von Schiller bereits zu damaligen Zeiten über eine Dreierbeziehung nach, zu der sich Charlotte allerdings nicht überwinden konnte. Der anfänglich intensive Briefwechsel zwischen den Dreien, sowie die Hinwendung zu Caroline ließen jedoch nach, als „Lollo“ und Friedrich von Schiller heirateten.
Welche Form das Liebesbriefe schreiben zu Zeiten Friedrich Schillers annahm und wie er um die beiden Frauen warb, seht ihr in einem seiner Liebesbriefe an Charlotte von Lengefeld Ende August 1788:

„Wie haben Sie denn heute Nacht in Ihrem zierlichen Bette geschlafen? Und hat der süße Schlaf ihre lieben holden Augenlider besucht? Sagen Sie mirs in ein paar geflügelten Worten – aber ich bitte Sie dass Sie mir Wahrheit verkündigen. Lügen werden Sie nicht sagen, denn Sie sind viel zu verständig. Es ist heute wieder ein gar schöner Tag und er würde noch einmal so schön seyn, wenn Sie recht heiter aufgestanden wären, und sich mit uns desselben freuen wollten. Sind Sie aber noch nicht ganz gut und nicht frey genug um den Kopf um sich mit sich selbst zu beschäftigen oder zerstreut Sie vielleicht Gesellschaft, so lassen Sie michs wissen, und wir leben dann den Tag so miteinander hin – schwatzen, lesen und freuen uns, daß wir zusammen in der Welt sind. Was macht ihre Schwester? Klappert der Pantoffel schon um ihre zierlichen Füsse, oder ligt sie noch im weichen schöngeglätteten Bette? Adieu. Sind Sie noch nicht aufgestanden, so lassen Sie mich nur mündlich wissen, wie Sie die Nacht zugebracht haben. Lassen Sie auch den Garten aufschliessen, ich habe eine Versuchung ein bischen drinn herum zu wandeln. Leben Sie recht wohl!”

7. Ich sende dir innige Küsse

Auch Joachim Ringelnatz fand 1917 rührende Worte an seine Geliebte bevor er in den Krieg zog:

„Ich habe inzwischen Deinen anderen Brief gelesen, und mein Herz ist voll Weh. Aber das soll wohl mein Los sein. Dein Leben, Lona, ist weiß, schlohweiß, und das meinige ist düster im Bunten. Du bist so viel höher als ich. Und mich hat wohl Gott bestraft oder bestimmt, ein ruheloses Dasein zu führen, wie die Seevögel, die mutig und kühn und doch voller steter Angst sind. Gott behüte dich. Ach, einmal nur möchte ich meinen Kopf in Deine Hände legen. Leb wohl, geliebtes Mädchen. Vielleicht meint der Krieg es wohl mit mir. Ich sende dir innige Küsse.”

8. Warum Rede ich nur Worte zu dir, nicht Flammen

Wenn ihr nun glaubt, dass romantische Liebeserklärungen nur in den Briefen der Männer Platz fanden, dann irrt ihr Euch. Auch die Frauen griffen zu Papier und Feder und drückten ihre Gefühle in wohlwollenden Worten aus. Allen voran zum Beispiel Bettina von Arnim in ihrem Liebesbrief an Johann Wolfgang von Goethe, in dem sie ihm mehr als deutlich ihre Zuneigung bekundet:

„(…)Ach, warum rede ich nur Worte zu dir, warum nicht Flammen, die an dir hinaufhüpfen, den Schweiss zu küssen deiner Stirn, den Tau deiner Wimper der herabträufelt auf mich, Gesegnete zu deinen Füssen, - warum nicht? Die Sinne, eben im Nest noch bewusstlos des Flugs, jetzt flügelmächtig im Gefühl deiner Begeisterung, die mir lächelt, lustrauschen um dich, wenn dein Blick aufleuchtet zu den Sternen, zu den Geistern – ihrer Unsterblichkeit mich zu erziehen, und der Muse, was sie von deinen Lippen und meinen an süssen Reden sammelt, lauschest du ab ihrem Flüstern: Liebstes Kind, Herz, einzig Kleinod, und anders noch, und leiser haucht deine Stimme ihr nach, wie es mein Sehnen stillt, und mehr süsser Schall stöhnt aus deiner Brust in heiligem Gepräg, das mich umwandelt, lorbeerersprossend und wurzelnd dir im Busen.“

9. Die süßen Worte

Ein Mann großer Worte das war auch Johann Wolfgang von Goethe und die Sturm und Drang Zeit ging wahrlich nicht spurlos an dem Dichter vorbei. Besonders in den Briefen an seine Geliebte Charlotte von Stein, ließ er seinen Gefühlen freien Lauf:

„Die süßen Worte, mit denen du mich verwöhnst - ach! Mehr wollt' ich nicht, sogar Dein Lispeln würde mitlesen, mit dem Du mir leise das Lieblichste in die Seele ergossen hast."

10. Mein Leben an das Ihre gebunden

Große Gefühle und Worte folgten auch von der französischen Schriftstellerin Germaine de Stael an ihren geliebten Adolf Ludvig Ribbing.

„Ach, wie fühle ich, dass mein Leben an das Ihre gebunden ist! Wenn ich Sie erblassen sehe, dann weicht mir das Blut aus dem Herzen, und ich fühle, dass wir, moralisch wie physisch, denselben Lebensquell teilen. Ja, ich liebe Sie, und Sie zweifeln nicht mehr daran; es gab ein Gefecht, und Sie haben triumphiert, und ich bin an den Streitwagen des Siegers gebunden. Unsere Rollen haben sich verkehrt, aber gehen Sie sanft mit mir um in meinem neuen Zustand der Sklaverei. Sie wissen noch nicht, welche Verpflichtungen Sie sich da aufgeladen haben. Mein ganzes Leben ist Ihnen gegeben, und Sie haben mit angesehen, wie beständig mein Herz ist. Ach, da es sich doch für so lange Zeit der alleinigen Vorstellung verweigert hat, keinen anderen als Sie zu lieben, einen andern zu vergessen, wer kann es da je von Ihnen loslösen? Lassen wir diese unseligen Gedanken und sprechen Sie zu mir von nichts anderem mehr als von dem Tag, von der Stunde, da wir uns wieder vereinen.“

Romantische Liebeserklärungen und seitenweise Liebesbriefe bringen das Leben von Emma, der Protagonistin in dem historischen Liebesroman „Die Liebenden von Cabourg“ von Amélie Breton ganz schön durcheinander:

Berlin – Cabourg im Jahr 1928: Die junge Emma findet nach dem Tod ihrer Mutter eine Schatulle mit Liebesbriefen von einem Unbekannten aus der Normandie. Spontan entschließt sich Emma, an die Adresse in Cabourg zu schreiben, um herauszufinden, ob ihre Mutter vor fünfundzwanzig Jahren eine heimliche Liaison hatte. Doch statt des unbekannten Fremden antwortet dessen Sohn Paul. Schnell beginnt ein ungewöhnlicher Briefwechsel, der tiefe Gefühle in den Briefeschreibern entfacht. Kompliziert ist nur, dass Emma verlobt ist und ihre Hochzeit näher rückt. Emma fasst den Entschluss, nach Cabourg zu reisen…

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